Der Weg aus der Abhängigkeit
Wenn von Abhängigkeit oder Sucht die Rede ist, denken die Meisten immer an illegale Drogen, wie Cannabis, Opiate, Kokain etc. Doch es gibt auch eine Menge anderer Süchte, sowohl nach legal erhältlichen Stoffen, wie Alkohol, Nikotin, Medikamente, Koffein und Schnüffelstoffe oder auch Süchte, die nicht an Substanzen gebunden sind, wie Spielsucht, Kaufsucht, Esssucht/Magersucht usw. Wer einmal in solch eine Abhängigkeit geraten ist, hat es sehr schwer dort wieder herauszukommen, allein in den meisten Fällen gar nicht.
Der erste Schritt auf dem Weg aus der Abhängigkeit ist die Erkenntnis
Zuerst einmal bleibt festzuhalten, dass Sucht nichts mit Schwäche oder Kriminalität zu tun hat, sondern eine psychische Störung, also eine Krankheit ist. Da eine Abhängigkeit nicht von nun auf jetzt, sondern eher schleichend entsteht, wird sie von Verwandten, Freunden und selbst vom Betroffenen häufig gar nicht oder zumindest sehr spät erkannt. Doch das Erkennen und Eingestehen seiner Sucht ist für den Süchtigen der erste Schritt aus der Abhängigkeit.
Manchmal kommt die Erkenntnis ganz plötzlich durch ein einschneidendes Erlebnis. Solch ein Erlebnis kann beispielsweise bei einem Alkohol- oder Drogenabhängigen ein Autounfall oder eine Polizeikontrolle sein, in dessen Anschluss der Führerschein eingezogen wird. Vielen wird erst bewusst, wie sehr die Sucht ihr Leben schon beeinflusst, vor allem dann, wenn sie zur MPU (Medizinisch-psychologischen Untersuchung) müssen und diese nur bestehen können, wenn ihr Blut keine Spuren der Drogen oder Alkohols enthält und während einer MPU Vorbereitung im Dialog mit einem Psychologen klar wird wie krank sie eigentlich sind und was sie in ihrem Leben vermissen.
Nach der Erkenntnis muss Suchttherapie folgen
Wer nun erkannt hat, dass er abhängig ist, muss auch den Wunsch haben aus der Abhängigkeit herauszukommen, denn nur wer sich helfen lassen will, dem kann auch geholfen werden. Unterstützung finden Süchtige bei den einschlägigen Beratungsstellen, wo die Betroffenen in streng vertraulichen Gesprächen ihre Situation erörtern können und wo besprochen wird, wie es nun weitergeht. Je nach Schwere der Sucht kommt entweder eine ambulante oder stationäre Psychotherapie in Betracht. Bei einer schweren Abhängigkeit ist allerdings die stationäre Therapie mit anschließender Nachbetreuung zu bevorzugen, um die Gefahr eines Rückfalles zu minimieren.

